Home
Unser Leitbild
Der Vorstand
Hegeringe
Termine/Arbeitsplan
Am Elsterwald e.V.
Jagdhornbläser
Vollversammlung 2019
Brauchtum
Geschichtliches
Sitten&Bräuche
Jägerschlag
Jagdgericht
Jagdsignale
Bruchzeichen
Hubertustag
Jägersprache
Jagdgebote
Strecke legen
Jagd und Recht
Informationen
Stadtjäger
Landratsamt
AG Wolf
Aktuelles LJVSN
Mitglied werden
Links
Disclaimer
Impressum
Interner Bereich

   

Geschichtliches

 

Das jagdliche Brauchtum ist so alt wie die Jagd selbst. Der Mensch der Steinzeit war vom Sammler zum Jäger geworden. Die Jagd war im Paläolithikum Grundlage der menschlichen Existenz. Ackerbau und Viehzucht waren noch nicht entwickelt. Hatte die Horde Erfolg auf der Jagd, so war für alles gesorgt, denn das erbeutete Wild lieferte nicht nur Nahrung, sondern auch Kleidung und Material für die Herstellung der notwendigen Gebrauchsgegenstände in Form der Zähne, Knochen und Geweihe, kurz, es lieferte alles, was der damalige Mensch benötigte.

 Nach unserem spärlichen Wissen um das Leben der vorgeschichtlichen Menschheit können wir vermuten, daß das Brauchtum bei der Jagd eine gewisse Rolle gespielt hat. Wir haben in diluvialen Aufschlüssen bereits durchbohrte Zähne von Wildpferd, Wisent, Hirsch und Wolf gefunden, die zweifellos als Schmuck, etwa als Halskette, Verwendung gefunden haben. Ja, an der Spitze durchbohrte Wisenthörner und ausgehöhlte Mammutzähne können als Signalhörner gedeutet werden, so das wir annehmen müssen, das damals schon wie heute Anordnungen des Leiters der Jagd mit Hornrufen vermittelt oder Versprengte wieder zusammengerufen wurden, da die menschliche Stimme ohne dieses Hilfsmittel nicht weit genug zu hören

 Die ältesten schriftlichen Berichte über unsere germanischen Vorfahren geben uns Caesar, Tacitus, Plinius u.a. Bezüglich des Brauchtums schreibt Caesar z.B., das der germanische Jüngling besonders geachtet und berühmt sei, der eine möglichst große Zahl selbst erbeuteter Hörner des Urstieres in seinem Besitz hatte. Trophäe und Qualität getöteten Wildes hatten also offenbar damals bereits eine gewisse Bedeutung.

Aber in Zeiten, in denen wehrhaftes Wild, wie Wisent, Auerochse und Bär noch Beute des Jägers war, spielte der Hirsch nicht die Rolle wie später, obwohl sehr bald das Hirschgeweih zum Symbol männlicher Kraft wurde.

Der griechische Schriftsteller Arrian (95-180 n. Chr.) beschreibt die im Donauraum wohnenden Kelten sehr genau und gibt eingehende Schilderungen ihrer Jagdausübung. Diese Donaukelten waren bereits waidgerechte Jäger in unserem Sinne. Sie jagten weniger wegen des Wildbrets, sondern vor allem aus Passion und gestalteten die Jagd zu einem Vergnügen, das besonderen Regeln und Bindungen unterlag. Die beliebteste Jagd war die Hasenhetze zu Pferd.

 Die hohe Auffassung vom Waidwerk, die die Kelten hatten, färbte auf andere Völker, mit denen sie in Berührung kamen, ab. Die Jagd wurde immer mehr ein ritterliches Vergnügen und als solches mit Bräuchen und Sitten, ja mit Zeremonien umkleidet, deren genaue Kenntnis und Brauchtum für einen richtigen Jäger erforderlich war. Das Rotwild, der "edele Hirsch", rückte mit dem Aussterben des Großwildes immer mehr in den Vordergrund des jagdlichen Interesses.

Eine große Rolle spielte der Leithund, der leitihund, "qui in legamine praecedens sequentum hominem ducit": der, am Leitseil vorgehend, den nachfolgenden Menschen führt. Die Leithund-Arbeit war also schon genau bekannt.

Eine bedeutende Rolle spielte das Jagdhorn. Es war bis zum Beginn des 19. Jahr-hunderts Zeichen des "gerechten Jägers". Die Jagdbediensteten trugen ein Horn aus Ochsen- oder Büffelhorn, während die Edlen ein Signalhorn aus Elfenbein an der rechten Seite zu tragen pflegten. Im Altfranzösischen wird dieses Elfenbeinhorn Olifant genannt.

  

Ein Brauchtum besonderer Art gibt es bei der Beizjagd, d.h. das Jagen mit "abgetragenen" Greifvögeln, vor allem Falken und Habichten. Diese individuelle Form der Jagdtechnik existierte bereits vor Bildung des griechisch-römischen Kulturkreises im Orient. Allerdings haben Griechen und Römer keine Falkenjagd betrieben (K. Lindner).


Seit den ältesten Zeiten haben Jagdtrophäen dem Menschen als Schmuck gedient: Von der Halskette des Steinzeitmenschen aus Eberzähnen bis zur goldenen Hirschgrandelnadel. Es entspricht jagdlichem Brauchtum, nichts zu tragen, was man nicht selbst erbeutet hat, man schmückt sich nicht mit fremden Federn. 
 
So rankt sich das Brauchtum von der Frühzeit bis in die Gegenwart um unser Waidwerk, vom Paläolithiker , der mit dem Speer, dessen Spitze aus Feuerstein, Knochen oder Geweih gefertigt war, der Fährte des Urhirsches folgte, bis zum Menschen des technisierten 20. Jahrhunderts, der mit Fernrohrbüchse und Auto jagt. Die Riten vor, während und nach der Jagd sind aus zweckbewußten, jagdlichen Handlungen entstanden, die dem Jagdwesen nicht nur ein besonderes - auch von der Öffentlichkeit respektiertes - Gepräge zu geben vermochten, sondern bis heute auch noch praktische Bedeutung haben.
Dieses Brauchtum wird sich weiterentwickeln; es liegt an den Jägern selbst, es in der dem deutschen Waidwerk würdigen Form zu pflegen, um ihm - dem Zeitgeschehen angepaßt - das erforderliche Ansehen zu erhalten.